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15-06-2007 Russischer Pressespiegel von RIA
Pressespiegel aus Russland 15.06.2007
„Rossijskaja Gaseta“: Palästinas Spaltung vernichtet Hoffnung auf Nahost-Lösung

Anstelle eines einheitlichen palästinensischen Staates, dessen Existenz noch vor 60 Jahren von der UNO vorgesehen war, könnten im so genannten historischen Palästina drei Gebilde entstehen:




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das allgemein anerkannte Israel sowie zwei vorerst nicht anerkannte palästinensische Territorien von Fatah und Hamas, schreibt Georgi Mirski vom Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen der Russischen Wissenschaftsakademie, am Freitag in der „Rossijskaja Gaseta“. Das bedeutet in erster Linie, dass im Gaza-Streifen Islamisten an die Macht kommen werden.

Eine noch wichtigere Folge dieser Spaltung würde darin bestehen, dass Israel einen Grund bekommen wird, gänzlich auf Friedensverhandlungen zu verzichten. In der Tat: Mit wem kann ein Dialog geführt werden, wenn der Chef der Palästinensischen Autonomie, Mahmud Abbas, nur über das Westjordanland verwalten wird, während der Gaza-Streifen völlig andere Herrscher haben wird? Für Israel wäre eine solche Entwicklung zweifellos vom Vorteil.

Ein völliger und endgültiger Sieg der Hamas im Gaza-Streifen würde zu einer radikalen Verstärkung des Einflusses Teherans führen. Iran unterstützt nämlich diejenigen, die eine unversöhnliche Position gegenüber den USA und Israel beziehen. Bekanntlich unterstützt Iran nicht nur die Schiitenorganisation Hisbollah im Libanon, sondern auch die Hamas. Es ist anzunehmen, dass sich Syrien ebenfalls nicht von den Prozessen in der Autonomie distanzieren wird.

Eine Spaltung Palästinas würde den Meinungstrend in der israelischen Gesellschaft stärken, dass territoriale Zugeständnisse nichts bringen. Insofern sei es sinnlos, die jüdischen Siedlungen im Westjordanland zu beseitigen und zu den Grenzen von 1967 zurückzukehren. Insofern würde eine Spaltung Palästinas auch der Straßenkarte und allen UNO-Resolutionen sowie dem Plan des saudischen Königs einen Schlag versetzen, laut dem sich Israel von den eingenommenen Territorien zurückziehen sollte.

Insofern wären die Folgen eines Zerfalls Palästinas ausgesprochen negativ. Unter den entstandenen Bedingungen sind die Aussichten für die Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses, für eine Annäherung zum Frieden und für eine Regelung des Nahostkonflikts zumindest für die absehbare Zukunft gleich Null.

„Gaseta“: Russlands Gasattacke auf Europa

Die Gasprom-Expansion ist jetzt in eine neue Phase getreten und hat die Infrastruktur erfasst, schreibt die Tageszeitung „Gaseta“ am Freitag.

Das russisch-deutsche Joint Venture Wingas GmbH, das von GaspromExport und der BASF-Tochter Wintershall gegründet wurde, will bis 2015 bis zu drei Milliarden Euro in die Entwicklung der europäischen Gasinfrastruktur investieren.

Die Investitionen sind in erster Linie für den Ausbau des Gasnetzes in Deutschland bestimmt, unter anderem für den Bau von Rohranschlüssen an die Ostsee-Pipeline und mehrerer Gastanks in Europa.

Neben dem in Norddeutschland gelegenen größten unterirdischen Gasspeicher Westeuropas mit einer Kapazität von zwei Milliarden Kubikmeter und dem vor kurzem in Betrieb genommenen unterirdischen Gasdepot bei Salzburg werden neue Kapazitäten in Großbritannien und in der Nähe der deutsch-niederländischen Grenze geschaffen. Mit den Gaslieferungen an die europäischen Abnehmer wird sich das speziell für diese Zwecke gegründete Joint Venture Wingas Transport befassen.

Wie Alexander Medwedew, Gasprom-Vorstandsvize und Generaldirektor von GaspromExport, mitteilte, wird der Anteil der russischen Gaslieferungen an Europa in den Jahren 2010 bis 2015 von den jetzigen 27 auf 33 Prozent steigen. „Wir sind nicht bloß Exporteure, sondern auch Teilnehmer des europäischen Gasmarktes, unter anderem in der Gasinfrastruktur, an der wir bereits mit 15 Prozent beteiligt sind“, betonte Medwedew. Heute ist Wingas neben Deutschland auch in Frankreich, Österreich, Tschechien, Dänemark, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien aktiv.

Die Gasprom-Anteile an Wingas wurden zuletzt von 36 auf 50 Prozent minus eine Aktie vergrößert. Konkrete Gasmengen sind bis 2036 vertraglich gebunden.

„Wedomosti“: Russlands Unternehmen planen spektakuläre Deals in Le Bourget

Mehrere russische Unternehmen wollen während des Flugzeugsalons in Le Bourget einige spektakuläre Geschäfte schließen, berichtet die Tageszeitung „Wedomosti“ am Freitag.

So plant die Fluggesellschaft Sibir den Kauf von Airbus-Maschinen. Die Italienische Alenia hat vor, ein Sperrpaket der Gesellschaft Suchoi-Zivilflugzeuge zu erwerben, während Aeroflot Rolls-Royce-Triebwerke bestellen will.

Wie die Zeitung erfuhr, plant Sibir den Kauf von 20 A-320-Maschinen und einen Vorvertrag für zehn weitere Flugzeuge. Der Wert des Geschäfts wird auf rund 1,2 Milliarden Dollar geschätzt.

Aeroflot wird in Le Bourget eine Absichtserklärung mit Rolls-Royce über den Kauf von 20 Triebwerken für A-330-Maschinen signieren, teilte Lew Koschljakow, stellvertretender Aeroflot-Generaldirektor, mit. Die Triebwerke wie auch die Maschinen selbst sollen bei der niederländischen Gesellschaft AercapAC für acht bis zwölf Jahre geleast werden. Der Preis für ein Triebwerk soll laut Koschljakow zwischen zwei und vier Millionen Dollar betragen.

Die italienische Gesellschaft Alenia und die Gesellschaft Suchoi-Zivilflugzeuge (GSS) haben bereits den Verkauf eines Pakets von 25 Prozent plus eine Aktie von GSS an die Italiener abgestimmt. Das Geschäft soll in Le Bourget bekanntgegeben werden. Der Wert des russischen Unternehmens wird auf mehr als eine Milliarde Dollar geschätzt.

Weitere Großgeschäfte werden vom bevorstehenden russischen Flugsalon MAKS erwartet.

„Kommersant“: Russland holt Großunternehmer in Regierungsrat für Nanotechnologien

Russlands Regierung hat jetzt die Mitgliederliste eines am 9. Juni auf Anweisung von Premier Michail Fradkow gegründeten Regierungsrates für Nanotechnologien veröffentlicht, der sich mit der Begutachtung von Vorschlägen zur Entwicklung dieser Branche befassen wird, berichtet die Tageszeitung „Kommersant“ am Freitag.

In dem vom Ersten Vizepremier Sergej Iwanow geleiteten Rat sind mehrere russische Großunternehmer erwähnt.

Es handelt sich dabei unter anderem um Evraz-Group-Mitbesitzer Alexander Abramow, Severstal-Generaldirektor Alexej Mordaschow, Rosneft-Chef Sergej Bogdantschikow, Präsident des Eisenbahnmonopols RZD, Wladimir Jakunin, Vorsitzender des Direktorenrates des Finanzunternehmens Sistema, Wladimir Jewtuschenkow, und Chef der Buntmetallgesellschaft Poljus Soloto, Michail Prochorow.

Wie der Rektor der Moskauer Staatsuniversität, Viktor Sadownitschi, der ebenfalls zum Rat gehört, meinte, „ist einerseits die Präsenz beispielsweise von Sergej Bogdantschikow in dieser Liste nicht zufällig: Der Ölindustrie ist an der Entwicklung von Nanotechnologien überaus interessiert, die bei der Förderung und Verarbeitung verwendet werden können. Das gleiche gilt auch für die Produktion von Arzneien und Parfüms. Andererseits rechnet der Staat, der Großunternehmer in diesen Rat aufgenommen hat, offenbar damit, dass diese das Projekt in finanzieller Hinsicht unterstützen werden.“ [ria-novosti]

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